ÜBER WEISKIND

weiskind ist eine B2B-Branding- und Kommunikationsagentur in Augsburg (seit 1990). Das Team besteht aus ca. 15 Festangestellten plus Pool von Freelancern. Die Agentur macht Markenentwicklung, Corporate Design und Motion Design für globale Technologieunternehmen wie Siemens, KUKA, Uhlmann, Rohde & Schwarz.

Die Arbeitsweise ist hybrid (vor Ort + remote möglich). Ich war als Designerin im Atelier tätig.

Das Praxissemester war bezahlt.

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ARBEITSUMFELD

Es arbeitet nicht das gesamte Team im gleichen Raum, aber Kommunikation war immer möglich. Für digitale Kommunikation haben wir Teams, Outlook, Figma und Miro verwendet.

Ich habe an einem Mac mit der Adobe Creative Suite gearbeitet (Photoshop, Lightroom, After Effects, InDesign, Illustrator).

Am Anfang gab es viel Anleitung, besonders bei Bildretusche. Mit der Zeit bekam ich immer mehr Eigenverantwortung. Gegen Ende konnte ich Projekte komplett selbstständig übernehmen.

TÄTIGKEITEN

Die Aufgaben waren sehr vielfältig. Der Großteil war Bildretusche, aber ich habe auch an Layouts gearbeitet und Stop-Motion-Animationen erstellt.

Bildretusche und Freistellen

Das war meine Hauptaufgabe – professionelle Bildretusche für Kunden- und interne Projekte. Ich habe dabei einen strukturierten Workflow gelernt: Beim Laden eines Bildes erst das Farbprofil prüfen (sRGB oder Adobe RGB), dann die Datei systematisch umbenennen mit Farbprofil und Datum. In Photoshop wird das Bild sofort dupliziert – die unterste Ebene als Original sperren, darüber die Arbeitsebene. Dann störende Elemente identifizieren und entfernen oder abschwächen (grelle Fenster, bunte Objekte im Hintergrund, Flecken), positive Elemente verstärken.

Bei Personenretusche werden Pickel und Augenringe standardmäßig entfernt, Augen und Zähne aufgehellt. Für Falten und Leberflecken habe ich eine eigene Technik entwickelt: Die Ebene duplizieren, auf der oberen alles komplett retuschieren, dann die Deckkraft reduzieren. So sind die Merkmale noch sichtbar aber abgemildert – ein respektvoller Kompromiss.

Beim Freistellen habe ich zwei Methoden gelernt: Mit dem Pfadwerkzeug (sehr präzise aber aufwendig) oder über Farbkanäle (schneller, wenn der Kontrast gut ist).

Beispiele aus meiner Arbeit waren der Weihnachtsfeier-Post, den ich komplett eigenständig bearbeitet habe, sowie der Kununu-Post 2026 und der Weihnachtscountdown. An Kundenprojekten habe ich ebenfalls mitgearbeitet, darf aber aus Datenschutzgründen nicht darüber sprechen.

Layout und Druckvorstufe

Ich habe an verschiedenen Foldern mitgearbeitet, z.B. für die Wirtschaftsförderung Marktoberdorf. Dabei ging es nicht nur um das Gestalten, sondern auch darum, InDesign-Layouts in PowerPoint zu übertragen – das ist nicht ganz einfach, weil PowerPoint nicht die gleichen typografischen Möglichkeiten bietet.

Ein wichtiger Lernpunkt war der professionelle Umgang mit Kundenkorrekturen: Neue Datei speichern mit neuem Datum, Checkliste der Änderungspunkte abarbeiten, Textänderungen immer per Copy & Paste übernehmen (nie abtippen!), und am Ende folgt eine Qualitätskontrolle von anderen Mitarbeitenden. Fehler dürfen hier nicht unterlaufen.

Stop-Motion und Animation

Besonders interessant waren die Animationsprojekte.

Für den Kununu Award 2026 habe ich eine Stop-Motion-Animation erstellt. weiskind hatte zum 5. Mal in Folge den Award gewonnen und für LinkedIn sollten die 5 Award-Trophäen (2022-2026) animiert werden. Ich habe das Storyboard entwickelt (mit mehreren Iterationen), dann das Shooting in der Cafeteria durchgeführt. Dafür habe ich 159 Einzelbilder fotografiert, die Awards auf Glasröhrchen gestellt und in minimalen Schritten bewegt. Die Awards laufen nacheinander ins Bild, interagieren miteinander, und Award 2026 kommt von unten und springt.

Nach dem Shooting musste ich jedes einzelne Bild in Photoshop retuschieren – Glasröhrchen entfernen, Jahreszahl 2022 nachträglich einfügen (der Award existierte physisch nicht). Am Ende habe ich alles in After Effects zusammengefügt und animiert mit Abschlusssequenz: Text „HIGH FIVE weiskind“, Emojis regnen wie Konfetti.

Das Projekt war zeitaufwendig, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es war mein erstes komplett eigenverantwortliches Projekt bei weiskind, von Anfang bis Ende.

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Beim Weihnachtscountdown habe ich mit einer FOS-Praktikantin zusammengearbeitet. Ich bin auf eine Leiter gestiegen und habe die Kamera von oben über einer Schale mit Snacks positioniert, sie hat die Schale immer wieder aus- und aufgefüllt. Alle Bilder mussten aus exakt der gleichen Perspektive aufgenommen werden. Danach habe ich die Bilder bearbeitet und in After Effects animiert.

Weitere Aufgaben

Häufig habe ich Vektorgrafiken und Icons in Illustrator erstellt, HTML/CSS-Code von Kundenwebsites analysiert (um Bilder herunterzuladen und Schriftarten zu ermitteln), bei der Bildrecherche geholfen und auch gelegentlich den Küchendienst übernommen.

FAZIT

Das Praxissemester war sehr abwechslungsreich und lehrreich. Die Qualitätsansprüche waren hoch, bei weiskind muss alles zu 100% stimmen. Ein Folder, der in Druck geht, muss fehlerfrei sein. Das war anfangs herausfordernd, aber ich habe dadurch gelernt, systematisch zu arbeiten und Checklisten zu nutzen.

Die wichtigste Erkenntnis war die Bedeutung von Ordnerstruktur und Dateiverwaltung. Im Studium wird das zwar erwähnt, aber hier war es tägliche Praxis. Jedes Projekt hat klare Ordner (Input → Bearbeitung → Präsentation → Final), Dateien werden nach Schema benannt (Nummer, Name, Datum, Version, ggf. Farbprofil). Das spart langfristig im Team enorm viel Zeit und verhindert Fehler.

Ich konnte intensiv Bildbearbeitung lernen und am Ende eigenständig arbeiten.

Ich fand das Praxissemester als Erfahrung sehr wertvoll und finde, dass es ein guter Einblick in B2B-Design und professionelles Arbeiten in einer Agentur ist. Man ist nah an echten Projekten und lernt viel über Qualitätsstandards.