Ausgangspunkt war die Auseinandersetzung mit textilem Abfall und der Frage, warum der Recyclingkreislauf trotz bestehender Technologien kaum funktioniert. Aus der Analyse von Produktionsketten, Materialstrukturen und Konsumverhalten entstand das Manifest „TEXTILE REVOLUTION“ das für hochwertige Materialien, reduzierte Verbundstoffe, sorgfältige Verarbeitung, weniger Trends und bewussteren Konsum plädiert. Es versteht Kleidung als Verantwortung und jedes Textil als wertvolle Ressource.
Doch selbst in einer zukünftig funktionierenden Kreislaufwirtschaft bleibt das Problem bestehen, dass Menschen aus ihrer Kleidung herauswachsen. In der erdachten Utopie entwickelt sich daher das Konzept mitwachsender Kleidung. Textilien, die sich durch spezielle Raffungen mit kontrastierten Nähten in mehreren Stadien an den Körper anpassen. Diese technische Metamorphose verändert nicht nur das Kleidungsstück, sondern auch gesellschaftliche Normen. Übergangsrituale, in denen Nähte gemeinschaftlich aufgetrennt werden, markieren Wachstum und Wandel. Damit verlieren industrielle Einheitsgrößen ihre Bedeutung und Körperbilder werden vielfältiger, individueller und weniger normiert.
Das Projekt zeigt, wie spekulatives Design neue Perspektiven auf textile Nachhaltigkeit eröffnet und zugleich kulturelle, soziale und ästhetische Dimensionen des Konsums neu verhandelt.