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SOMA

Das Projekt SOMA entwirft kein dystopisches Zukunftsbild, sondern eine bewusst wünschenswerte Entwicklung: eineGesellschaft, die Stress und Burnout nicht längerindividualisiert, sondern als kollektives, systemisches Problem anerkennt. Der dargestellte Paradigmenwechsel hinzu institutionalisierter Fürsorge, präventiven Strukturen und öffentlicher Verantwortung stellt einen deutlichen Fortschrittgegenüber der Gegenwart dar. Mentale Gesundheit wird nichtmehr dem Einzelnen überlassen, sondern als Voraussetzungfür gesellschaftliche Teilhabe verstanden.

Gleichzeitig ist SOMA nicht als eindeutige Lösung konzipiert.

Der Prototyp fungiert als spekulatives, bewusst ambivalentesArtefakt, das diese positive Entwicklung kritisch spiegelt. Während das Szenario einen gesellschaftlichen Wandelbeschreibt, zeigt das Objekt selbst eine ironisch gebrochene Zuspitzung: Ein Problem, das maßgeblich durch technologische Beschleunigung, Optimierungsdruck und permanente Erreichbarkeit entstanden ist, wird erneut durchtechnologische Mittel adressiert.

Diese Überaffirmation ist Teil der gestalterischen Strategie.

SOMA bündelt verschiedene Formen technischer Fürsorge – Überwachung, Regulation, Abschirmung und Versorgung – in einem einzigen Artefakt. Dadurch wird sichtbar, dass selbstgut gemeinte Systeme neue Abhängigkeiten, neue Normierungen und neue Fragen nach Kontrolle erzeugenkönnen. Die Maske steht damit nicht nur für Entlastung, sondern auch für eine mögliche Verschiebung von Verantwortung hin zu technisch gesteuerten Regenerationsprozessen.

Das Projekt bewegt sich bewusst zwischen Fortschritt und Kritik.

Es zeigt eine Zukunft, in der mentale Gesundheit ernstgenommen wird, ohne dabei zu behaupten, dasstechnologische Lösungen per se unproblematisch sind. SOMA ist kein Produkt im klassischen Sinne, sondern ein Diskursobjekt, das Spannungen sichtbar macht: zwischen Fürsorge und Gestaltung, zwischen Entlastung und Übertechnisierung, zwischen individueller Autonomie undgesellschaftlicher Regulation.

In diesem Sinne versteht sich SOMA als Beitrag zur Diskussion darüber, wie zukünftige Gesellschaften mit Stress, Körper und Technologie umgehen wollen. Das Projekt liefertkeine Antworten, sondern öffnet einen Raum für Reflexion – und macht deutlich, dass Zukunftsgestaltung immer auchbedeutet, bestehende Entwicklungen kritischweiterzudenken.

SOMA_Grimm_Clarke.pdf PDF SOMA_Grimm_Clarke.pdf

Fachgruppe

Creative Engineering

Art des Projekts

Studienarbeit im zweiten Studienabschnitt

Betreuer_in

foto: Prof. Dr. Helge Oder

Zugehöriger Workspace

D3 Context: Science & Fiction

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2025 / 2026