Das Programm Zollpilot ist eine plattformunabhängige Anwendung für alle gängigen Betriebssystemen. Sie ermöglicht das Einpflegen, Verwalten und Analysieren von Zolldokumenten wie Handelsrechnungen, Einfuhr- und Ausfuhranmeldungen oder Packlisten. Das zentrale Element der Anwendung ist eine integrierte Künstliche Intelligenz, die den Bearbeitungsprozess unterstützt. Dabei tätigt die KI keine eigenhändigen Entscheidungen und gibt stattdessen klare sowie nachvollziehbare Hinweise und Handlungsempfehlungen für den Nutzer. Im Rahmen dieses Projekts wurde das Konzept einer Anwendung Zollpilot entwickelt. Ziel ist es, den Nutzer bei der Analyse und Bearbeitung von Zolldokumenten durch intelligente Funktionen zu unterstützen, ohne die Verantwortung für Entscheidungen vollständig an eine KI zu übertragen.
Problemstellung
Im Zollwesen existieren zahlreiche unterschiedliche Berufsfelder. Die Tätigkeiten gehen von der Zollpolizei über Sacharbeiter bis zu Zollbeauftragten in Unternehmen, die dort für die Zollarbeit zuständig sind. Alle diese Tätigkeiten haben gemeinsam, dass täglich eine Vielzahl an Dokumenten erstellt, geprüft und verarbeitet werden muss. Bei der Bearbeitung von Handelsrechnungen, sowie Ausfuhr-/Einfuhranmeldungen und Packlisten werden viele Informationen dokumentiert und ausgetauscht. Da diese Dokumente viele unterschiedliche Informationen enthalten und häufig zwischen verschiedenen Stellen ausgetauscht werden, können Fehler bei der Erfassung oder Prüfung entstehen. Bereits kleine Unstimmigkeiten können zu Verzögerungen bei der Zollabfertigung, zusätzlichen Rückfragen oder sogar rechtlichen Konsequenzen führen.
Dieses Projekt konzentriert sich insbesondere auf die Unterstützung bei der Erstellung, Prüfung und Analyse solcher Dokumente. Ziel ist es, eine Anwendung zu entwickeln, die den Nutzer während des gesamten Bearbeitungsprozesses begleitet und die Qualität der Dokumentation verbessert.
Lösung
Die entwickelte Lösung verfolgt bewusst nicht den Ansatz einer vollständig automatisierten Künstlichen Intelligenz. Stattdessen kombiniert Zollpilot klassische Softwaretools mit intelligenten Systemen. Die Anwendung soll den Nutzer unterstützen, ohne ihm Entscheidungen abzunehmen.
Die KI übernimmt dabei Aufgaben wie die Analyse von Dokumenten, das Erkennen möglicher Fehler sowie den Abgleich mit relevanten Gesetzestexten. Auffällige Stellen werden deutlich hervorgehoben und mit verständlichen Handlungsvorschlägen ergänzt. So bleibt der Nutzer jederzeit in der Lage, die vorgeschlagenen Änderungen selbst zu überprüfen und zu entscheiden.
Auch das Design der Anwendung orientiert sich an den Anforderungen professioneller Arbeitsumgebungen. Ein schlichtes, übersichtliches Layout, einfache Farben und eine klare Typografie sorgen für eine strukturierte Benutzeroberfläche. Dadurch wird die Orientierung erleichtert und eine Überforderung durch komplexe Inhalte vermieden.
Umsetzung
Die Umsetzung und Gestaltung läuft über die webbasierte Anwendung Figma, die grundsätzlich für die Entwicklung von Benutzeroberflächen und interaktiven Prototypen eignet.
Während der Umsetzung wurden verschiedene Entwürfe erstellt und hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit, Übersichtlichkeit und Funktionalität optimiert. Besonders wichtig ist es hierbei den Arbeitsablauf eines Zollsachbearbeiters möglichst realitätsnah abzubilden und die Unterstützung durch die KI sinnvoll in den Bearbeitungsprozess zu integrieren.
Fazit, Learnings und Kurs-Rückblick
Das Thema Zoll umfasst viele gesetzliche Regelungen, Prozesse und Fachbegriffe. Bereits zu Beginn des Projekts wurde deutlich, dass die Menge an verfügbaren Informationen sehr umfangreich ist und zunächst schwer einzuschätzen war, welche Inhalte für die Projektarbeit tatsächlich relevant sind.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse bestand deshalb darin, den Projektumfang frühzeitig einzugrenzen und klare Prioritäten zu setzen. Eine sorgfältige Strukturierung der Themen erleichtert den gesamten Entwicklungsprozess und verhindert, dass man sich in Details verliert. Nicht jede interessante Information muss Bestandteil des Projekts werden.
Darüber hinaus zeigte das Projekt, dass die Künstliche Intelligenz besonders dann einen Mehrwert bietet, wenn sie den Menschen unterstützt, anstatt ihn vollständig zu ersetzen. Die Kombination aus fachlicher Kontrolle durch den Nutzer und der KI schafft einen effizienten und zugleich vertrauenswürdigen Arbeitsprozess.
Dieses Learning hat auch meine Erfahrung in diesem Kurs widergespiegelt. Künstliche Intelligenz ist nicht die Lösung für jedes Problem, kann den Menschen jedoch sinnvoll unterstützen und wird in Zukunft eine wichtige Rolle für das gemeinsame Arbeiten und Lernen spielen.
Links
Link Prototyp: https://www.figma.com/proto/NBFRlSkdJUGw6jqBqpVELQ/Zollabfertigung-Abgabe-2?node-id=70-10315&t=CkFOUJxGuqkaRoBB-1
Link Research: https://www.figma.com/board/D1C8uxlHeQUNZKNEgd4ow4/Zollabfertigung-Interfacedesign-Prototyp?node-id=0-1&t=ludpyzgOILYNKKdi-1